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Aktuelles
31.05.22

Einsatzübung "Brennt Schule" in Düshorn

Nach fast zwei Jahren Zwangspause für überörtliche Übungen, wurden wir am Dienstag gemeinsam mit Westenholz von den Kameraden aus Düshorn zu einer Einsatzübung eingeladen. Ohne genau Details und Inhalte zu kennen, rückten wir mit unseren Einsatzfahrzeugen am Gerätehaus Düshorn an. Die Übungsleiter hielten sich auch hier mit der genauen Lagebeschreibung zurück. Erst als die Fahrzeuge einzeln alarmiert wurden, kam Licht ins Dunkle: "Einsatzort Grundschule Düshorn. Feuer im Obergeschoss. Personen vermisst."

Nach Ankunft und erster Lageeinschätzung durch den Einsatzleiter wurden sofort die ersten Trupps unter Pressluftatmern (PA) zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in das verqualmte erste Obergeschoss geschickt. Möglich ist das unter anderem, da viele der Fahrzeuge einen eingebauten Wassertank mitführen und damit die Wasserversorgung für die ersten Minuten gesichert ist. Während die Angriffstrupps vorgingen, kümmerten sich die restlichen Mannschaften um eine Wasserversorgung aus einem Hydranten, nahmen einen Leitereinsatz zum Fenster 1. OG vor, richteten eine Atemschutzüberwachung und Verletztensammelstelle ein und schützen die unversehrten Gebäudeteile durch Riegelstellungen vor der Ausbreitung.

Die Koordination dieser Aufgaben erfordert zudem eine intensive, aber zügige Abstimmung zwischen dem Einsatzleiter vor Ort und den Gruppen-, Staffel- und Truppführern der einzelnen Einsatzfahrzeuge. Diese Führungsfunktionen verlangen sowohl Erfahrung, Ausbildung als auch die nötige Ruhe und Besonnenheit, damit wichtige Informationen weitergegeben und am Ende zu einer zielführenden Entscheidung beitragen können.

Nach ca. 45 Minuten waren alle Vermissten und Verletzten durch die insgesamt sechs Atemschutztrupps gefunden und gerettet. Weiterhin war das Obergeschoss mittels Überdrucklüfter entraucht und das "Feuer aus".

"Wir haben es in den zwei Jahren nicht verlernt" war das gemeinsame Feedback der Übungsbeobachter, zu denen auch der stellvertretende Stadtbrandmeister Holger Krause zählte.

Im Anschluss an diese gelungene Übung wurde die Nachbesprechung an das Feuerwehrhaus Düshorn verlegt, wo bereits Getränke und Bratwurst auf die Teilnehmer wartenten. Danke an Mirko und alle Düshorner Kameraden für die klasse Organisation und Durchführung und dass wir alle mal wieder zu Gast an unserer gemeinsamen Grundschule sein durften.

 

24.05.22

TH-Ausbildung mit Container und Wrack

Es werden mehr und es wird aufwendiger. Die Rede ist von elektrisch oder elektrohybrid getriebenen Fahrzeugen. Diese Antriebsart bedingt, dass wir im Brandfall zusätzlich Sicherheitsmaßnahmen und Löschmethoden anwenden müssen.

Die Standard-Einsatz-Regeln (SER) sehen hier vor, dass das die Fahrzeugbatterie ausgiebig gekühlt wird, damit es zu keiner weiteren chemischen Reaktion in den Batteriezellen kommt. Ausgiebig bedeutet in diesem Fall "über Tage". Und hier kommt der neue Abrollcontainer vom Autoservice Hodenhagen ins Spiel, der genau für diesen Einsatzfall vorgesehen ist. Ein brennendes Fahrzeug wird zu Beginn durch uns mit dem Wasserstrahl gekühlt und sobald der Container vor Ort ist, direkt in diesen hineingehoben. Anschließend fluten wir den Container, bis die Hochvoltbatterie unter Wasser stehen. Hier endet der Feuerwehreinsatz und alle weiteren Tätigkeiten, wie z. B. weiteren Transport oder die Durchführung der mehrtägigen "Fahrzeugquarantäne", werden durch die Abschlepp- und Bergeunternehmen durchgeführt. (Quelle: DGUV - FBFHB-024 – "Hinweise für die Brandbekämpfung von Lithium-Ionen-Akkus bei Fahrzeugbränden" - 2020).

Wir stimmten uns heute über das gemeinsame Vorgehen im Einsatzfall mit den Kollegen in Gelb ab, damit im Ernstfall jeder weiß was zu tun ist.

Nach diesem Theorieteil widmeten wir uns noch einem Fahrzeugwrack. Dazu simulierten wir den Unfall eines PKW mit Endposition in Seitenlage. Hier haben wir uns nach den vorbereitenden Maßnahmen wie Stabilisierung, Patientenbetreuung sowie Airbag-, Batterie- und Glasmanagement dann über das Dach Zugang zum Innenraum verschafft. Mit unseren Rettungsgeräten trennten wir einfach und sicher die A-, B- und C-Säulen. Danach klappten wir das Dach ab, um es am Schluss ganz zu entfernen. Der Zugang zu den Unfallopfern war somit schnell und mit ausreichend Platz für Helfer und Material geschaffen.

Danke an dieser Stelle an Christian und seine Mitarbeiter des Autoservice Hodenhagen, dass wir erneut bei euch trainieren konnten.

 

04.05.22

Vier Mini-Einsatzübungen

Einsatzübungen und Stationsausbildung unterscheiden sich in zwei wichtigen Punkten: Zum einen muss bei Einsatzübungen eine komplette Lage und nicht nur einzelne Aufgaben bearbeitet werden. Und zum zweiten kommt Thorben nur bei Einsatzübungen zufällig mit Raucherzeugern um die Ecke und verändert mittendrin die Lage. :-)

Heute fuhren wie vier Mini-Einsatzlagen im Ort an:

  1. Containerbrand: Der Containerinhalt hat Feuer gefangen und der Brand breitete sich schnell auf Nachbarcontainer aus. Nach Erkundung und Öffnung kam eine orange Warntafel und ein großes Gebinde Benzin zum Vorschein, was die Situation direkt zur Gefahrgutlage hoch stufte. Der Umwelt zur Liebe haben wir auf den Schaumeinsatz verzichtet.
  2. Gebäudebrand: Das Spritzenhaus mitten im Dorf brannte. Hier fahren auch andere Fahrzeuge, also musste parallel zur Abriegelung und der Wasserversorgung sehr schnell die Verkehrssicherung aufgebaut werden. Auch die Raumordnung und der Platz für nachrückende Einheiten muss direkt zu Beginn bedacht werden.
  3. Eingeklemmte Person unter landwirtschaftlichem Gerät: Der Landwirt wurde unter der Frontladerschaufel auf dem weichen Untergrund des Waldbodens eingeklemmt. Er muss schnell, aber schonend aus seiner Lage befreit werden. Unglücklicherweise fängt gleichzeitig sein Trecker aus nicht nachvollziehbaren Gründen (Thorben!) an zu brennen.
  4. Person hinter Tür: Ein Heizungsmonteur ging in ein Wohnhaus und wurde seit Stunden nicht mehr gesehen. Nach ausgiebigem Erkunden des Gruppenführers konnte der Mann im Gebäude liegend erblickt werden. Erst jetzt liegt die dringende Notwendigkeit vor, um eine Türöffnung zu rechtfertigen. Zufällig ist der stellvertretende Stadtbrandmeister vor Ort und kann dieses Vorgehen autorisieren. Der Angriffstrupp ging unter Atemschutz in das Gebäude, da vermutet wurde, dass der Monteur an der Gasheizung gearbeitet hat. Parallel wurde ein alternativer Zugang über ein angekipptes Fenster ermöglicht.

Die Lagen dauerten jeweils nur 20 Minuten. Ziel war es, dass die Mannschaften in kurzer Zeit mit verschiedenen Szenarios konfrontiert werden. Dabei galt es die schwierige Startphase des Einsatzes zu organisieren, bis sich eine geregelte Abarbeitung einstellte. Weiterhin kamen wieder sehr viele verschiedene Geräte und Methoden zum Einsatz, was dem regelmäßigen Handhabungstraining zugutekommt.

 

01.05.22

Radtour am 1. Mai durch das Aller-Leine-Tal

Dieses Jahr sattelten wir wieder die Drahtesel und Klaus führte uns am 1. Mai durch das Aller-Leine-Tal. Insgesamt 43 km durch Wald und Wiesen. Die Allerfähre war leider doch noch aufgebockt, so dass die Tour doch über die Aller-Schleuse führte und so ein wenig länger wurde. Doch bei dem herrlichen Ausflugswetter war das kein Problem.

Erstmals hatten wir zusätzlich auch einen Kutschwagen organisiert, so dass auch Familien mit unseren Nachwuchsbrandschützern noch einmal ehr dabei sein konnten. Der ein oder andere kam dann noch spontan zum anschließenden Grillen am Gerätehaus vorbei. Bei der Teilnehmerzahl ist noch Luft nach oben, was sich aber auch durch viele Parallelverpflichtungen erklärt (Konfirmationen, Hochzeiten, Einweihungen, ...). Schön war"s.

Danke an dieser Stelle an die Kameraden aus Düshorn und Bad Fallingbostel, die netterweise so lange auf unser Einsatzgebiet aufgepasst haben.

 

21.04.22

Überörtliche Grundlagen Gefahrgut

Im Zuge der Einsätze auf den Autobahnen werden wir regelmäßig gemeinsam mit den benachbarten Wehren alarmiert. Dann ist es nur logisch, dass wir bereits im Vorfeld gemeinsame Ausbildungsdienste veranstalten, um sowohl die Kameradschaft zu pflegen als auch die Methoden und Arbeitsweisen zu synchronisieren.

Bei diesem Dienst waren wir bei der Stationsausbildung "Grundlagen im Gefahrguteinsatz" bei den Kameraden in Bad Fallingbostel zu Gast. Die Ausbilder haben in drei Station die wichtigsten und für alle Einsatzkräfte relevanten Tätigkeiten in Theorie und Praxis vorgestellt:

  1. Messen und Spüren: wie kann ich bei der Lageerkundung das Gefahrenpotential systematisch bewerten
  2. Schutzformen der persönlichen Schutzausrüstung: Welche gibt es und wie lege ich sie an und sicher wieder ab
  3. Notdekontamination: Wie stelle ich sicher, dass die Gefahrstoffe den Schwarzbereich nicht verlassen

Gefahrguteinsätze gehören auf Grund ihrer situationsbezogenen Einzigartigkeit (beteiligte Stoffe, Örtlichkeit, ...) zu den gefährlichsten, sowie personell, materiell und zeitlich aufwendigsten Einsatzformen. Man denke nur daran, welche gefährlichen Waren und Güter täglich über deutsche Autobahnen fahren und im Zweifel genau in unserem Einsatzabschnitt verunfallen.

Die detaillierte Ausbildung, die theoretischen Schulungen und das praktische Training aller damit zusammenhängenden Tätigkeiten füllt ganze Lehrgangswochen. Am Ende steht das Ziel: alle Einsatzkräfte sollen gesund und unverletzt aus dem Einsatz kommen sowie alle in Mitleidenschaft gezogenen Personen und Tiere als auch die Umwelt sollen gerettet und/oder geschützt werden.

Für einen ersten Einstieg und Überblick über die wichtigsten Tätigkeiten wurde uns hier von den Kameraden eine klasse Basis gelegt. Vielen Dank an die Freiwillige Feuerwehr Bad Fallingbostel und speziell die Ausbilder vor Ort.